Hussein

Es ist Nacht. Wir laufen. Seit Stunden laufen wir. Wir laufen durch irgendeinen Wald. Irgendwo in Mazedonien. Ich weiß nicht genau warum wir laufen. Ich weiß nur, dass wir laufen – seit vielen Tagen – immer. Plötzlich höre ich einen leisen Schrei, ein Stöhnen. Es ist mein Papa. In der Finsternis hat er eine Unebenheit am Boden übersehen. Sein Fuß schmerzt, er kann nicht mehr weiter. Aber wir müssen weiter, irgendjemand könnte uns erwischen und wir würden unser Ziel nie erreichen. Wir, das sind meine Mama, mein Papa, meine Geschwister Latef, Ahmed und Rania und ich. Mein Name ist Husein Al Mashadani und ich komme aus dem Irak. Mit 16 Jahren bin ich der Älteste von uns vier Geschwistern. Die anderen drei sind 13, 12 und 6 Jahre alt. Meine jüngste Schwester hat das Licht der Welt noch nicht erblickt. Meine Mama ist schwanger. Maria, benannt nach unserer ersten Betreuerin in Österreich, wird schon das Glück haben, in Wien zur Welt zu kommen.

Geboren bin ich in Baghdad, doch unsere Familie hat schon eine lange Reise hinter sich. Wir haben Baghdad verlassen als ich ein Jahr alt war. Anschließend habe ich mit meiner Familie in Syrien, Lybien, Jordanien und Ägypten gelebt. Nie länger als drei Jahre an einem Ort. Nirgends hatten wir es leicht. Irgendwann verschlug es uns daher wieder zurück in den Irak. Zurück nach Baghdad. An den Anfang.

Doch im Jahr 2015 hatten meine Eltern genug. Genug Leid ertragen. Sie wollten endlich ein besseres Leben für uns Kinder. Eine bessere Zukunft und vor allem eins: Ein Leben in Sicherheit, ohne ständige Gefahr.

Mein Papa packte uns alle in sein Auto und wir fuhren gemeinsam vom Irak in die Türkei. Ich wusste nicht wohin wir gehen und was mit uns passieren wird. Ich hatte Angst.

Nach 15 Tagen in der Türkei nahmen Rania, Ahmed, Latef, ich und meine Eltern auf einem kleinen Boot platz. Mit zirka 50 anderen Menschen auf diesem winzigen Boot sollte es nach Griechenland gehen. Das Boot wurde kurz vor unserem Einsteigen aufgepumpt. Doch es waren viel zu viele Menschen. Ich glaube, wir hätten es nicht weit geschafft. Ich konnte nichts fühlen außer Angst, Angst um meine Familie. Das Boot schaukelte ständig hin und her und es kam Wasser rein.

Doch nach kurzer Fahrt kam ein großes Schiff und alle mussten aus dem Boot raus und auf dieses große Schiff. Das Schiff brachte uns nach Griechenland. Wir kamen in ein Camp mit sehr vielen anderen Leuten aus den verschiedensten Ländern. Das Camp war nicht schön. Wir hatten kaum Platz, keine Privatsphäre, es gab nicht viel Essen und es überall war es dreckig. Doch zum Glück konnten wir nach zirka vier Tagen im Camp weiter nach Mazedonien.

Das Stöhnen meines Papas. Der verletzte Fuß. Ich weiß zwar nicht wohin genau wir wollen und ob wir je ankommen werden, aber nun sehe ich auch im Gesicht meines Papas die Hoffnung schwinden. Wir müssen zu Fuß weiter, aber wird mein Papa das schaffen?

Unsere gesamte Reise dauert ungefähr 45 Tage. 45 Tage voller Entbehrungen und Schmerzen. Doch ich und meine gesamte Familie kommen schließlich in Österreich an und meine kleinste Schwester, Maria, kommt zur Welt.

In Österreich sind wir glücklicherweise nur sehr kurz in Traiskirchen untergebracht und können anschließend nach Wien umziehen. Hier kommen Latef, Rania und ich in eine Neue Mittelschule und Ahmed besucht die erste Klasse einer Volksschule.

Mein Ziel ist es schnell Deutsch zu lernen und mich zu integrieren. Nach nur zwei Jahren kann ich die 4. Klasse der Neuen Mittelschule abschließen und finde anschließend sogar gleich eine Lehrstelle als Bäcker.

Die Strapazen haben sich bezahlt gemacht. Meine ganze Familie und ich sind sehr glücklich hier in Österreich.

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حسين المشهداني 

إنه الليل. ونحن نسير. نسير منذ ساعات. في غابةٍ ما. في مكانٍ ما في مقدونيا. أنا لا أعرف بالضبط لماذا نسير. كل ما أعرفه أننا كنا نسير دائماً لعدة أيام. فجأة سمعت صرخة خافتة وتأوه. إنه أبي. قد غفل عن عثرة على الأرض في الظلام. وقدمه يؤلمه، لا يستطيع مواصلة السير. ولكن علينا أن نمضي قدماً؛ إذ يمكن لأي شخص أن يمسك بنا، وعندها لن نصل أبداً إلى هدفنا. نحن، أعني بها أمي وأبي وإخوتي لطيف وأحمد ورانيا وأنا. اسمي حسين المشهداني وأنا من العراق. عمري 16 سنة وأنا أكبر إخوتي. أما هم فأعمارهم هي 13 و 12 و 6 سنوات. ولي أخت صغرى لم تكن قد رأت النور بعد. فحينئذٍ كانت أمي حامل بها. أسميناها ماريا تيمناً باسم المشرفة الأولى لنا في النمسا، إنها محظوظة جداً، بأن ولدت في فيينا.

أنا ولدت في بغداد، لكن عائلتنا قد سافرت رحلة طويلة. فلقد غادرنا بغداد عندما كان عمري عاماً واحداً. ثم عشت مع عائلتي في سوريا وليبيا والأردن ومصر. لم نعش أكثر من ثلاث سنوات في مكان واحد. لا يوجد مكان كان سهلاً علينا. وفي نهاية المطاف، عدنا مرةً أخرى إلى العراق. إلى بغداد. إلى البداية.

ولكن في عام 2015 كان بوالدي ما يكفي. فلقد عانوا بما فيه الكفاية. وأخيراً، أرادوا حياةً أفضل لنا نحن الأطفال. ومستقبل أفضل وقبل كل شيء: العيش بأمان ودون خطر دائم.

ركبنا جميعاً في سيارة أبي وسافرنا معاً من العراق إلى تركيا. لم أكن أعرف إلى أين نذهب وماذا سيحدث لنا. كنت خائفاً.

وبعد 15 يوماً في تركيا أخذنا مكاناً على متن قارب صغير أنا ورانيا وأحمد ولطيف ووالدي. مع ما يقرب من 50 شخصاً آخرين على متن هذا القارب الصغير المتجه نحو اليونان. وكان القارب مكتظًا قبل صعودنا على متنه. فلقد كان هناك الكثير والكثير من الناس. أعتقدت، أننا لن ننجح في ذلك. ولم أكن أشعر بأي شيء سوى الخوف، الخوف على عائلتي. وكان القارب يتمايل باستمرار ذهاباً وإياباً، إلى أن دخل الماء فيه.

إلا أنه بعد مسافة قصيرة أتت سفينة كبيرة، وكان على الجميع الخروج من القارب والصعود على متن هذه السفينة الكبيرة. حيث أخذتنا السفينة إلى اليونان. وصلنا إلى مخيم مع الكثير من الأشخاص الآخرين من مختلف البلدان. لم يكن المخيم جميلاً. حيث بالكاد لدينا مكان بدون خصوصية ولا يوجد الكثير من الطعام، كما كانت القذارة في كل مكان. ولحسن الحظ، تمكنا بعد حوالي أربعة أيام في المخيم من المواصلة إلى مقدونيا.

آهات أبي. القدم المصابة. على الرغم من أنني لا أعرف بالضبط أين نريد أن نذهب وما إذا كنا سنصل إلى هناك، إلا أنني أرى في وجه أبي الأمل يتضاءل. علينا أن نواصل السير على الأقدام ولكن هل يستطيع أبي فعل ذلك؟

رحلتنا بأكملها استغرقت حوالي 45 يوماً. 45 يوماً من الحرمان والألم. إلا أنني وأسرتي بأكملها وصلنا أخيراً إلى النمسا، كما أنجبت أمي أختي الصغرى ماريا.

وفي النمسا مكثنا لحسن الحظ فترة وجيزة جداً في ترايسكيرشن، بعدها تمكنا أخيراً من الانتقال إلى فيينا. وهنا التحقنا أنا ولطيف ورانيا بمدرسة إعدادية جديدة، كما التحق أحمد بالصف الأول بالمدرسة الإبتدائية.

هدفي هو تعلم اللغة الألمانية بسرعة ودمج نفسي بالوسط. بعد عامين فقط، يمكنني إتمام الصف الرابع بالمدرسة الإعدادية الجديدة وإيجاد مكان لأتدرب فيه على أن أكون خبازاً.

المصاعب قد آتت أكلها. أنا وأسرتي بأكملها سعداء جداً هنا في النمسا.